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Trennungen gehören im Leben dazu

Gut vorausplanen

Abschieds-Rituale einführen

Den Abschied nicht unnötig in die Länge ziehen

Die eigenen Erwartungen überdenken

Nicht gleich aufgeben

Gerade für kleine Kinder ist die Trennung von der Bezugsperson ein grosser Schritt. Sich zu verabschieden, eine gewisse Zeit ohne die geliebte Bezugsperson zu sein, dann aber zu wissen und zu erleben dass sie ja wieder kommt, muss man zuerst lernen.
Ein gewisser Trennungsschmerz ist also normal. Aber erst wenn die Kinder ihn ein paar Mal erlebt haben und merken, dass sie die Situation meistern können, fassen sie Vertrauen und der Abschied fällt dann auch weniger schwer.
Wenn Kinder schon früh immer mal wieder die Möglichkeit bekommen, einen Moment ohne Mama oder Papa zu sein, dann werden ihnen diese «Abschiedssituationen» immer etwas vertrauter und sie können besser damit umgehen. Lasst die Kinder mal nur eine halbe Stunde bei Oma oder Opa, beim Babysitter oder bei der Nachbarin. Nutzt Einführungszeiten, trennt euch kurz damit sich die Kinder Schritt für Schritt daran gewöhnen können, denn: Übung macht den Meister.

Kinder lieben Rituale und sie werden nicht gerne von Unvorhergesehenem überrascht. Macht euch das zunutze und besprecht die Situation jeweils kurz vorher mit ihnen.
Erklärt ihnen was passiert, wie der Ablauf ist und schleicht euch nicht einfach davon.
«Wenn wir dann in der Spielgruppe sind, dann singe ich noch mit, danach kannst du dir ein Gefährt aussuchen, gebe dir einen Kuss und du gehst dann zu Bea und zu den anderen Kindern …» usw.
Wenn Kinder wissen was sie erwartet und wie IHR euch dort auch verhaltet, dann sind sie grundsätzlich auch kooperativer und die Situation wirkt weniger bedrohlich für sie.
Passt auf, dass ihr nicht schon vorher zu fest über den Abschiedsschmerz und über die möglichen Folgen diskutiert.
Also nicht:
«Gell, du musst dann nicht traurig sein, nicht weinen. Die Mama kommt ja dann wieder. Das ist nicht so schlimm, du hast ja deine Freunde dort und es geht ja gar nicht so lange.»
Formuliert lieber positiv:
«Oh das wird heute bestimmt ein toller Tag. Weisst du schon was du heute am Liebsten spielen möchtest?»
«Du kannst mir ja dann eine Zeichnung machen und mir diese dann geben, wenn ich dich wieder abhole.»


 

Das kann wirklich hilfreich sein und den «Schmerz» etwas umleiten oder abschwächen.
Ein spezieller Abschiedsgruss zum Beispiel, den man vorher mit dem Kind bespricht. Das kann ein kleines Lied, ein Abzählvers, ein «High 5», ein kleines Spiel sein.
Ihr könnt zusammen auch mal einen Stein suchen gehen und diesen dann schön anmalen. Diesen Zauberstein könnt ihr dann vor dem «Tschüss sagen» miteinander austauschen.
Auch ein schönes Tuch, ein Plüschtier, oder sonst ein persönlicher Gegenstand vom Kind selber oder auch von euch kann manchmal Wunder wirken.

Allgemein gilt:
Besprecht das Abschiedsritual vorher in Ruhe mit eurem Kind. Sagt ihm, wie es ablaufen soll und was ihr von ihm erwartet. Ihr könnt das z.B. auch mal zusammen zu Hause üben.

 

Achtet darauf, dass ihr den Abschied und das «Tschüss sagen» nicht unnötig in die Länge zieht.
Also nicht:
«Also Schätzchen, ich geh dann jetzt mal, ist gut?»
«Also, mach’s gut und du musst nicht weinen, gell?»
«Ist das ok, wenn ich jetzt gehe?»
«Geht’s, ich möchte jetzt dann langsam gehen.»

Auch wenn man es damit eigentlich gut meint:
Solche Sätze können Kinder verunsichern und sie fast ein wenig dazu «animieren» doch jetzt traurig zu sein.
Überlegt euch ein Ritual, verabschiedet euch dann rasch und zügig, ohne euch noch 10 Mal wieder umzudrehen und unzählige Fragen nach dem Befinden zu stellen.
Manchmal kann es auch helfen, wenn das Kind von der Oma, dem Papa oder der Mutter eines befreundeten Kindes begleitet wird und die Eltern (die Mama) sich bereits zu Hause verabschieden.

 

 

Das heisst auch, dass man sich überlegen muss: «Wie geht es MIR dabei?» Ganz oft hat es auch mit einem selber zu tun. Wenn man selber verunsichert, sorgenvoll oder gar ein bisschen traurig ist, dass man sein Kind jetzt einen Moment von anderen Personen betreuen lassen muss, dann überträgt man das manchmal ganz unbewusst aufs Kind.
Auch wenn man sich vielleicht grundsätzlich freut, kann es trotzdem gut sein, dass man ganz tief im Innern mit sich hadert:
«Gerade eben war er doch noch soo klein»
«Nein, das geht mir hier alles viiiiel zu schnell»
«Sie soll doch eigentlich noch ein bisschen zu Hause bleiben können»
«So viele Kinder, dann dieser Lärm, sie ist doch eine Sensible. Hoffentlich kommt sie zurecht.»

Auch uns Erwachsenen fällt es oft nicht leicht, lieb gewonnene Gewohnheiten aufzugeben oder zu unterbrechen. Auch wir sind dann manchmal unsicher, fühlen uns unwohl, haben Angst und möchten am Liebsten davon laufen.
Kindern geht es da nicht anders. Und weil sie es sich noch nicht so gewohnt sind wie wir und sich auch noch nicht so gut ausdrücken können, äussert sich diese Unsicherheit mit: Weinen, mit Bauchweh oder mit Trotzen.
Auch wenn es euch fast das Herz zerreisst:
Gebt den Kindern die Möglichkeit, diesen Trennungsschmerz auszuhalten und zu überwinden. Ganz oft ist es nämlich so, dass wenn die Eltern nach ein paar Minuten weg sind, sich alles wieder beruhigt hat und die Kinder schön und fröhlich spielen.

Wenn es mit der Verabschiedung nicht gleich klappt, oder plötzlich nicht mehr so gut klappt, dann können folgende Überlegungen hilfreich sein:

  • Hat sich etwas bei uns geändert?
    (Ist jemand von den Eltern mehr oder weniger oft zu Hause? Gibt es eine neue Bezugs- oder Betreuungsperson? Ist ein Geschwisterchen auf dem Weg oder bereits auf der Welt?)

  • War das Kind vor kurzem krank?

  • Gab es einen Wachstumsschub?

  • Hat es im Betreuungs-Ort eine Änderung gegeben?
    (Ist ein Kind neu dazu gekommen oder ist eines weg gegangen? Gab es einen Streit? Ein Missverständnis? Hat sich die Gruppenzusammensetzung geändert?)

Manchmal können auch ganz kleine Veränderungen dafür sorgen, dass sich Kinder plötzlich nicht mehr wohl fühlen und eine Trennungsangst entwickeln.

Natürlich geht es nicht darum, dass man Kinder, über Wochen oder Monate heulend und wie ein Häufchen Elend, ihrem Schicksal überlässt.
Wenn man wirklich das Gefühl hat, das Kind fühle sich in der Umgebung nicht wohl, weil vielleicht der Start etwas harzig war oder es einfach von seiner Entwicklung noch nicht so weit ist, dann kann es manchmal helfen, wenn man das Ganze unterbricht und für eine gewisse Zeit eine Pause einlegt.
Es kann gut sein, dass es bei einem zweiten Versuch, zu einem späteren Zeitpunkt plötzlich super klappt.

©elternplanet.ch

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